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    China, Tibet und die Diskussion um einen Olympiaboykott

    Woher kennen wir diese Diskussion?
    München 1972 (the games must go on): Aufgrund schwarzafrikanischen Drucks wird Rhodesien (das heutige Zimbabwe) als ehemalige Kolonie Großbritanniens, bereits zu den Spielen angereist, aufgrund dessen Rassenpolitik wieder nach Hause geschickt. Südafrika ist wegen deren Apartheid und der Diskriminierung farbiger Sportler bereits im Vorfeld ausgeschlossen.

    Moskau/ Afghanistan 1980: Die Sowjetunion führte einen grausamen Krieg in Afghanistan. Insgesamt weit über 50 Länder verweigern sich darauf den ersten Olympischen Spielen in einem sozialistischen Land. Auch Deutschland gehört dazu.
    1984 der Revanche-Boykott der Spiele in Los Angeles, dem fast ausnahmslos der gesamte Ostblock folgt. Politisch motiviert aber ohne nennenswerte Folgen für Wirtschaft und Verhältnis.

    Tibet 2008: In der tibetischen Hauptstadt Lhasa arten Proteste in gewalttätige Unruhen aus. 16 offiziell bestätigte und hunderte unbestätigte Tote sind das Ergebnis eines gewaltsamen Vorgehens chinesischer Sicherheitskräfte in Tibet. Die Obrigkeit gegen ihre Untertanen? Eine Parteidiktatur mit Arbeitslagern, in denen Menschen ohne jede rechtskräftige oder rechtsstaatliche Verurteilung stecken, unterdrückt die Meinung eines in den fünfziger Jahren gewaltsam annektierten Landes.

    Immer lauter und kontroverser diskutiert wird wieder der Ruf nach einem Boykott der Spiele in China. Und nun fragen sich nicht nur wir, ob und inwieweit sich Sport politisch zeigen darf oder gar muss?

    Die Wirtschaft mit Vertretern wie Richard Hausmann, Vorsitzender der deutschen Handelskammer in Peking, warnen vor den möglichen Folgen für rd. 3000 deutsche Unternehmen mit rd. 200.000 Beschäftigten in China und stemmen sich gegen einen Boykott.

    Sponsoren fürchten um Ihre Medialeistung, das Marketing und den Absatz, Fernsehsender haben Angst vor schwindenden Zuschauerzahlen mit einhergehend sinkenden Werbeerlösen.

    Die Politik ist überwiegend gegen einen Boykott und sieht darin keine adäquate Lösung für die dortigen Probleme.

    Die Verbände/ Sportfunktionäre verweisen auf 1980 und darauf, dass der damalige Boykott auch keinen russischen Soldaten aus Afghanistan vertrieben hätte.

    Sportler werden mit dem Boykott womöglich um die Möglichkeit betrogen sich mit den besten der Welt zu messen.

    Die Wirtschaft und der Sport sind gegen einen Boykott, viele Menschen innerhalb und ausserhalb des Rampenlichts sind für einen Boykott. Welcher Meinung sind Sie?

    Sollte man Olympia boykottieren?

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    The games must go on - Am 6. September 1972 verkündete der damalige Präsident des IOC Brundage bei einer tragischen Trauerfeier im Münchner Olympiastadion: “The games must go on”. Terroristen drangen am Vortag in das israelische Mannschaftsquartier ein, was mit 17 getöteten Menschen am Fürstenfeldbrucker Flughafen endete.

    Die getöteten israelischen Olympiasportler: Moshe Weinberg, Zeev Frieman, David Berger, Yossef Romano, Yossef Gutfreund, Eliezer Halfin, Amitzur Shapira, Kehat Shorr, Mark Slavin, Andrei Spitzer und Yakov Springer.

     
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    19 Kommentare to “China, Tibet und die Diskussion um einen Olympiaboykott”

    1. Martin meint:
      23.April 2008 at 10:57

      Dass Politiker, Sportfunktionäre und Unternehmer im Olympiaboykott keine geeignete Lösung sehen, is ja wohl klar, die können ja auch gar nicht frei entscheiden, sondern richten sich ausschließlich nach wirtschaftlichen Interessen. Ein Boykott wäre schlichtweg ein finanzielles Desaster.

    2. derdaniel meint:
      23.April 2008 at 12:27

      Der Boykott-Zug ist abgefahren. Ich sehe mir die Olympischen Spiele sowieso nicht an, den Fernseher auszulassen um “politisch aktiv” zu werden und auf die “Olympia-2008-Basecaps” zu verzichten ist nicht nur nutzlos, sondern auch verlogen, sofern man beim Einkaufen nicht penibel darauf achtet Produkte zu vermeiden die aus China kommen.

      Contra China ist zur Zeit eine harte Nuss. Man muss schon viel Kraft haben um etwas zu bewirken. In meinen Augen ist China nicht mehr zu stoppen, bleibt nur zu hoffen, dass die Mehrheit der Bevölkerung längerfristig vom Aufschwung provitiert.

      Olympia-Boykott? Sportler bitte in den Kabinen bleiben, den Fernseher auszuschalten macht keinen Sinn - ihn anzulassen aber auch nicht :-)

      PS: Klasse, dass ihr auf das Thema so offen und kommunikativ eingeht!

    3. Ralf meint:
      24.April 2008 at 10:14

      Ich bin absolut der Meinung dass ein Boykott sinnvoll ist. China muss international für deren Taten nicht nur in Tibet sondern auch im eigenen Land (warum spricht davon keiner?) mit diesem Mittel international an den Pranger gestellt werden. Wer Mönche meuchelt, frisst auch kleine Kinder UND Sportler.

    4. Tim meint:
      24.April 2008 at 10:17

      Also ich bin gegen den Boykott, weil China schon zu 100% am Pranger steht, schlimmer gehts nimmer!

    5. German meint:
      24.April 2008 at 21:37

      Boykotte haben noch nie etwas bewirkt. Insofern halte ich das für ein nutzloses Mittel. Aktionen während der Spiele werden eine größere Wirkung haben, man muss doch nur die hilflosen Reaktionen der Pekinger Parteibonzen im Zusammenhang mit den Fackellauf sehen. Was für ein PR-Desaster! Und die werden weder ausländische Zuschauer noch Reporter oder Sportler bei politischen Statements/Aktionen so behandeln können wie sie es ihren Landsleuten angedeihen lassen - und wenn doch, wird das Desaster umso größer. Dumm ist nur, das es die chinesische Regierungspropaganda schafft die Bevölkerung zu blenden und so eine antiwestliche Stimmung zu schaffen. Zu Denken sollte uns Kritikern geben, das der Dalai Lama im Wesentlichen kulturelle Autonomie verlangt - und keinen unabhängigen Staat. Differenzierung tut not - auch wenn das nicht einfach ist. Also - lasst uns das Spiel spielen und gewinnen!

    6. elisa meint:
      26.April 2008 at 16:04

      ich weiß nicht ob ein Boykott tatsächlich geholfen hätte, aber das die Richtlinien, die das Olympiakomitee vorgegeben hat (Stichwort Pressefreiheit) straflos und ungeniert ignoriert werden finde ich wirklich skandalös und verlogen.

    7. Ralf meint:
      26.April 2008 at 17:14

      China steht schon zu 100% am Pranger und das reicht? Das kann doch nicht Dein Ernst sein? Die bringen sogar Mönche um, und da reicht am PR-Pranger stehen? Ich würde zu ganz anderen Maßnahmen greifen, und die oberen dort mal an einen reelen Pranger stellen, so wie sie es mit Ihrem Volk in Tibet als auch in China auch tun!

    8. Tim meint:
      26.April 2008 at 18:30

      Aber China will sich doch jetzt mit dem Daleilama treffen… Vielleicht bewirkt das ja was.

    9. A. Moysunn meint:
      27.April 2008 at 07:21

      Ein Boykott der Spiele wäre zwar wünschenswert, aber das wird letztendlich wenig bringen oder eher das Gegenteil bewirken. Wenn ein Boykott etwas bringen soll, dann ja wohl eher ein Boykott von chinesischen Waren, denn das trifft die chinesische KP an der empfindlichsten Stelle - Geld und internationalem wirtschaftlichem Einfluß.
      Fazit: wollt ihr den Tibetern helfen - kauft keinen chinesischen Ramsch mehr!

    10. antifa meint:
      29.April 2008 at 00:16

      es traurig anzusehen, dass erneut profit und vermarktung menschenrechten in den vordergrund gerueckt werden!
      was interessiert es mich, ob die handelskammer probleme bekommt oder sponsoren abfallen werden, wenn ich dabei sehe wie in diesem land ein voelkermord betrieben wird, unterdrueckund und diktatur ausgeuebt wird und kinderarbeit an der tagesordnung ist!
      wenn auf dieser welt welt endlich einmal etwas in richtung menschenrechte geschehen soll, muessen wir uns von den fesseln des kapitalsmus losschneiden, denn genau das ist der grund warum nichts passiert und ein wirklicher boykott nicht stattfinden wird. weil grosskapitalistische unternehmen wie McMurder und Coca Cola profit immer menschenleben in den vordergrund stellen werden und sich nie bereiterklaeren werden etwas zu veraendern weil ihre strukturen auf tausenden menschenleben gebaut sind.

      ganz klare sache - auch der sport muss hier politisch werden und seinen teil zum protest und zur veraenderung zu einer besseren welt und gegen elend und unterdrueckung beitragen!
      DENN WIR SIND EINE MENSCHHEIT - UND DAS IST KAMPF!
      da darf sich so etwas beeinflussendes wie sport nicht raushalten!

    11. ke meint:
      29.April 2008 at 13:55

      Die obstrusen Methoden der sogenannten Kommunstischen Partei Chinas (Marx würde sich im Grab umdrehen) zur Meinungsmanipulation im eigenen Land sollte man eigentlich als bekannt voraussetzen. Als Gipfel der Verlogenheit möchte ich die Ankündigung eines Dialogs mit einem Vertreter des DahleiLamas bezeichnen. Wer kann so naiv sein,zu glauben, dass dies in der Absicht eines ehrlichen Dialogs erfolgt. Dies geschieht, um die Olympischen Spiele nicht zu gefährden und wird - das ist meine feste Meinung - zu gar nichts führen - außer, dass den naiveren Politikern eine wohlwollendere Haltung zu den chinesischen Verhältnissen leichter gemacht wird.
      Natürlich ist China eine Wirtschaftmacht - dank staatlich gefördertem Know-How-Klau, staatskriminalistischer Geschäftsgebaren und einem nationalistischem System das einerseits “gleichschaltet” und andererseits grenzenlose Ausbeutung zur Profitmaximierung menschenverachtend sanktioniert oder zumindest billigt (siehe Zustände im Bergbau).
      Aber wir ALLE dürfen nicht wegsehen, wenn dort Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Insofern ist es gut, dass die Olympischen Spiele nach China vergeben wurden. Wer hätte sich sonst viele Gedanken um Unruhen in Tibet gemacht, die aufgrund der Zensur in China sicher nur gefiltert an die internationale Öffentlichkeit gelangt wären.
      Ich wünsche den Verantwortlichen des Olympischen Komitees den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen und sich nicht nur hinter dem ach so unpolitischem Sport zu verstecken. Wenn schon Olympia in einem totalitären Staat, dann muss dies genutzt werden, um ihn deutlich an den Pranger zu stellen. Dies geht auch an die Sportler, die sich mit den seit Jahren in staatlichen Trainigscamps gedrillten chinesischen Sportlern messen werden!

    12. German meint:
      29.April 2008 at 21:46

      Das schizophrene Dilemma des Westens als `Heimat´ der Menschenrechte/Demokratie und des Kapitalismus ist doch offensichtlich. Natürlich ist ein Regime wie das in China übel bis zum geht nicht mehr und Kritik an China ist eine Pflicht. Gleichzeitig kaufen wir als Konsumenten chinesische Waren en Masse und auf Produzentenseite werden kräftig Geschäfte gemacht. Im Ost-West Konflikt nannte man das Wandel durch Annäherung. Dumm nur, das die kapitalistische Fratze ohne Antagonismus auch ziemlich häßlich ist.

    13. ralfi meint:
      2.Mai 2008 at 12:26

      Hey Ke. Danke, sehr gut auf den Punkt gebracht was China und Tibet anbelangt. Besonders was jetzt die internationale Aufmerksamkeit für das Thema anbelangt, wäre Tibet sonst wahrschinlich in der Tat in den Medien nur wieder eine Randnotiz. Hoffen wir dass China in absehbarer Zukunft zur Vernunft kommt. Ansonsten würde ich, auch wenn es “unschuldige” trifft chinesische Produkte boykottieren, aber geht dass denn überhaupt? Ich denke dass ist mehr als schwierig, aber ich werde auf jeden Fall zukünftig konkreter darauf achten. Regionale/ lokale Produktion rulez!

    14. antifa meint:
      4.Mai 2008 at 05:24

      @ ralfi:
      ja das geht durch aus.
      bei klamotten und nahrungsmitteln kann man durchaus auf fair traid umsteigen. ich hab seit ueber 2 jahren kein einziges kleidungsstueck mehr gekauft das nicht made in germany oder made in europe war(wobei du dich immer weniger auf made in europe verlassen kannst weil dann eben billig in estland oder litauen hergestellt wird).
      also wie gesagt es geht, wenn man in kauf nimmt etwas mehr zu zahlen.

    15. ralfi meint:
      5.Mai 2008 at 09:24

      @ antifa: Danke für Dein Feedback. Fair trade ist mir durchaus geläufig und ich versuche dementsprechend zu konsumieren. Wo kaufst Du allerdings Textilien aus (Zentral)-Europa? Online? Regional? Vor Ort? Ich wüßte gar nich wo ich derlei Klammoten bekommen und ob die denn Standardansprüchen auch in Sachen Mode genügen? Vielleicht hast Du ja ein par Tipps/ Links?
      Danke.
      Ralfi

    16. antifa meint:
      5.Mai 2008 at 23:21

      hmm ja ich denke dann in sachen mode wird es kompliziert ;)
      denn ich gehe eher in die punk/alternative/linke szene…und mottoshirts aus diesem bereich oder bandshirts aus dieser szene sind in der regel immer fairtrade.
      bei hosen geh ich echt einfach in skateshops oder surfshops oder andere laeden (eben definitiv nicht grosshandelketten wie h&m etc) und schau auf die etikette bis ich was finde was nicht made in china & co ist.

    17. antifa meint:
      5.Mai 2008 at 23:24

      *anhang:
      aber dann ist halt die frage ob man so rumlaufen will ;) mir gefaellt das sehr gut weil das eben genau auch in mein leben passt und viel ueber mich aussagt.
      bei normalen alltagsklamotten kann ich dir ehrlich gesagt fast nicht weiterhelfen, da hab ich nur ein tipp. google es einfach mal, also auf jedenfall online suchen, denn wenn du auf gut glueck in laeden rennst kann es unter umstaenden passieren, dass du suchst bis du grau wirst ;)

    18. ralfi meint:
      6.Mai 2008 at 13:31

      Hey Antifa. Danke, mit dem Style von Klamotten kann ich evtl. auch was anfangen ;o) Und in Skateshops & Co. finden sich Klamotten die nicht aus Asien sind? Unglaublich, werde ich demnächst mal kucken gehen.

      Zum eigentlich Thema noch ein Link:
      http://torchrelaybeijing2008.org/

      Gruß.

      Ralfi

    19. antifa meint:
      7.Mai 2008 at 04:27

      ja also wiegesagt selten aber ab und zu findet sich auch in skateshops was:P wenn dann meistens von den marken ipath oder emerica, ich hatte auchmal ne hose von osiris die made in the uk war.

      naja unseres kleines abscheifen vom thema scheint niemand groesser gestoert zu haben ;)

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