22.10.2010


Fussball - Weitere

DFB-Chef Zwanziger: FIFA-Skandal «trifft uns mit»

Essen (dpa) - DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht nach dem FIFA-Korruptionsskandal der geplanten WM-Vergabe am 2. Dezember mit Sorge entgegen.

«Es stellt sich ja die Frage: Wie nehmen die Verlierer die Entscheidung auf?», sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes nach seiner Wiederwahl beim DFB-Bundestag in Essen. Für die Weltmeisterschaft 2018 kandidieren England, Spanien/Portugal, Belgien/Niederlande und Russland. Für 2022 treten die Kandidaten USA, Katar, Südkorea, Japan und Australien an.

Am 20. Oktober hatte der Fußball-Weltverband FIFA die beiden unter Korruptionsverdacht stehenden Exekutivkomitee-Mitglieder Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti vorläufig suspendiert. Der Ausschluss gilt zunächst für 30 Tage und kann für weitere 20 Tage verlängert werden. Das Duo soll nach Medienberichten verdeckt recherchierenden Reportern signalisiert haben, seine Stimmen bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu verkaufen.

«Das trifft die Fußballfamilie insgesamt sehr. Wir sind ein wichtiger Verband, das trifft uns mit», sagte Zwanziger. Es sei der Eindruck entstanden, dass Menschen «in diesen Entscheidungsgremien käuflich» seien, betonte der 65 Jahre alte Jurist aus Altendiez.

Beide WM-Turniere werden am 2. Dezember in Zürich vom Exekutivkomitee der FIFA vergeben. Noch ist offen, wie der Abstimmungsprozess laufen wird, wenn Adamu und Temarii weiter suspendiert bleiben. In jedem Fall werden die beiden hochrangigen Funktionäre beim nächsten Treffen der Exekutive am 28. und 29. Oktober fehlen. Bei diesem Termin wird das nun noch 22-köpfige Gremium über die Abstimmungsregeln für den 2. Dezember beraten.



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