Explosive Stimmung zwischen 1860 und Bayern

Ist sauer auf 1860 München: Uli Hoeneß (Foto: SID Multimedia)
Der Kampf um die "unter Wert" verkauften "Löwen"-Anteile an die Bayern droht zu eskalieren. Präsident Uli Hoeneß übt nun scharfe Kritik am Verhalten des Münchener Lokalrivalen.
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Der Streit zwischen dem deutschen Rekordmeister Bayern München und dem zweitklassigen Stadtrivalen 1860 München um den Anteilsverkauf an der gemeinsamen Arena geht in die nächste Runde. Nachdem 1860 im vergangenen Dezember eine Klage gegen die Bayern eingereicht hatte, weil es sich für den Verkauf seiner Anteile nicht angemessen honoriert fühlt, kritisierte nun Bayern-Präsident Uli Hoeneß den Lokalrivalen heftig. "Wir haben die 'Löwen' nicht absaufen lassen - und jetzt werden wir verarscht", schimpfte er am Rande einer Veranstaltung in Nürnberg.
Hoeneß reagierte mit Unverständnis auf die Klage der "Löwen", die seit dem Verkauf ihrer Anteile 2006 Mieter in der Allianz-Arena sind. "Ich war der Meinung, dass einer, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte einen Vertrag unterschreibt, sich daran auch erinnert", sagte er und wertete das Verhalten der "Löwen" als Undankbarkeit: "Die haben uns auf den Knien angebettelt: Nehmt unsere Anteile! Es gab nicht wenige Leute, die haben gesagt: Lasst die 'Löwen' absaufen."
"Löwen"-Boss Stoffers: "Mussten Anteile unter Wert verkaufen"
1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers unterstrich dagegen die Berechtigung des gerichtlichen Vorgehens. "Wir führen diesen Prozess aus einer wirtschaftlichen Notwendigkeit heraus", sagte er, "ich kann nicht in einer unnötigen Demuts- und Dankbarkeitshaltung absaufen." Für 1860 gehe es ums Überleben, Dankbarkeit sei "keine Kategorie des Geschäftslebens".
Die "Löwen" schätzen den Wert der Arena-Anteile auf rund 20 Millionen Euro, erhalten habe man aber wohl nur die Hälfte. Stoffers meldete deshalb erneut erhebliche Zweifel an, dass der von den Bayern gezahlte Betrag "den guten Sitten" entspreche. "Wir mussten damals zu einem unangemessen niedrigen Preis verkaufen", sagte er weiter. Man habe zum Verkaufszeitpunkt nur die Wahl zwischen "Insolvenz und unannehmbaren Konditionen" gehabt.
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