Löw dementiert "Handschlag-Vertrag" mit dem DFB

Bundestrainer Joachim Löw meldet sich zu Wort (Foto: Bongarts/Getty Images)
Bundestrainer Joachim Löw sorgt weiter für Aufregung. Der 50-Jährige dementiert die Aussage von DFB-Präsident Zwanziger, dass es einen Handschlag-Vertrag gibt.
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Bundestrainer Joachim Löw geht voll auf Konfrontationskurs zu Theo Zwanziger. Der 50-Jährige hat am Tag nach den abgebrochenen Gesprächen über eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrages dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) indirekt vorgeworfen, die Unwahrheit gesagt sowie ihn und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in den Verhandlungen unter Druck gesetzt zu haben. Damit spitzt sich der Machtkampf beim DFB 126 Tage vor dem Auftakt der WM-Endrunde in Südafrika immer weiter zu.
"Ganz bewusst haben wir uns in den vergangen Wochen nicht konkret zur Vertragssituation geäußert. Umso verwunderter sind wir über die plötzlich in der Öffentlichkeit diskutierten angeblichen Vertragsdetails. Dadurch sind viele Unwahrheiten in Umlauf gekommen. Einen Handschlag-Vertrag hat es zum Beispiel nicht gegeben", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme Löws am Freitagnachmittag. Theo Zwanziger hatte vor Weihnachten 2009 öffentlich bekannt gegeben, dass man sich mit Löw per Handschlag auf eine Vertragsverlängerung geeinigt habe.
Abbruch nach nur fünf Minuten
Am Donnerstag waren die Vertragsverhandlungen bei einer DFB-Präsidiumssitzung nach nur fünf Minuten abgebrochen und auf die Zeit nach der WM verschoben worden, weil die Vorstellungen beider Seiten nicht in Einklang zu bringen waren. Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff für ihre Unterschrift unter einen neuen Vertrag einen Bonus gefordert haben. Nach SID-Informationen sollte diese Summe in Höhe von etwa einem Jahresgehalt jedoch unter Löw, Bierhoff, Assistent Hansi Flick und Torwart-Bundestrainer Andreas Köpke aufgeteilt werden. Bierhoff soll zudem ein Veto-Recht bei der Besetzung des Bundestrainerpostens beansprucht haben.
"Von unserer Seite wurde ein verhandelbarer Vorschlag vorgelegt, uns dagegen wurde ein nicht-verhandelbares Angebot zugestellt, über das ich innerhalb von 48 Stunden entscheiden sollte. Unsere ganze Konzentration gilt seit sechs Jahren dem Erfolg der Nationalmannschaft - auch im Sinne der Entwicklung und Reputation des deutschen Fußballs. Dabei stehen Teamwork, Loyalität und Respekt an erster Stelle für mich. In diesem Sinne werden wir uns in den nächsten Wochen intensiv auf die WM in Südafrika vorbereiten", hieß es in dem Statement weiter.
DFB-Boss Zwanziger hielt sich zurück. "Ich habe die Aussagen des Bundestrainers zur Kenntnis genommen und freue mich darüber, dass er es genauso sieht wie wir, dass wir die volle Konzentration auf die WM legen müssen", sagte Zwanziger.
Gemeinsam bei der Auslosung in Warschau
Damit herrscht zwischen den vier Spitzenkräften des Verbandes und der Nationalmannschaft Eiszeit. Das Quartett wird am Sonntag (12.00 Uhr/live in der ARD und Eurosport) gemeinsam im Warschauer Kulturpalast die Auslosung der Qualifikationsgruppen für die EM 2012 in Polen und der Ukraine verfolgen. Seit Donnerstag steht in den Sternen, ob Joachim Löw im Herbst zum Auftakt der WM-Quali überhaupt noch auf der Bank sitzt.
"Da muss viel passiert sein, dass es zu so einem Eklat kommen kann", mutmaßte Bayern-Präsident Uli Hoeneß (58) in der Bild: "Ich bin überrascht. Im Dezember habe ich noch gelesen, dass sich Zwanziger und Löw per Handschlag geeignet haben. Ich dachte, dass bei den beiden Handschlag-Qualität vorhanden ist." In der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main war man im Laufe des Freitags um Schadenbegrenzung bemüht, eine Lösung war aber nicht in Sicht.
Auf den Fluren machte der Vorwurf einer "unmoralischen Forderung" an die sportliche Führung die Runde. Zwanziger und seine Präsidiumskollegen, die eine angemessene Gehaltsaufstockung vorgesehen hatten, sollen von dieser Nachforderung regelrecht geschockt gewesen sein.
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