25.05.2012


Handball - Weitere

Göppinger verspotten Bayern nach Triumph im EHF-Pokal

Göppingen (dpa) - «Seht ihr Bayern, so wird das gemacht!» Immer wieder stimmte Göppingens Kreisläufer Manuel Späth nach dem erneuten Gewinn des EHF-Pokals das Hohnlied auf München und weitere Jubellieder an.

Dazu tanzten die in Sekt geduschten Handballer zusammen mit Hunderten Frisch-Auf-Fans auf den Rängen. «Das ist einfach nur unfassbar schön», rief Späth.

Dabei war das 34:28 (15:14) im Finalrückspiel gegen Dünkirchen HB alles andere als ein leichter Spaziergang. Zu Beginn agierte Frisch Auf Göppingen nervös, machte technische Fehler und ließ die hart spielenden Franzosen immer wieder aufschließen. «Natürlich ist ein Finale daheim in unserer Stadt, in unserer Halle großartig. Aber das setzte uns auch etwas unter Druck», erklärte Kreisläufer Dalibor Anusic die Situation.

Aber dass man damit positiv umgehen kann, zeigten die Schwaben in der deutlich stärkeren zweiten Hälfte. In der Halbzeitpause hatte Trainer Velimir Petkovic offenbar die richtigen Worte gefunden. «Ich weiß, dass ich mein Team oftmals sehr hart rannehme», sagte der Handballstratege. Er hatte sich dieses Mal aber für eine andere Taktik entschieden. «In der Pause habe ich einfach nur versucht, die Mannschaft zu beruhigen, ihre Nervosität zu nehmen. Das hat sie prima umgesetzt. Großes Kompliment.»

Und so konnten die Fans in der Hölle Süd schon Minuten vor Spielschluss ihr Team mit stehenden Ovationen feiern, als die Titelverteidigung für Frisch Auf Göppingen bereits sicher war. Aber keiner von den grün-weißen Rängen stürmte frühzeitig das Feld wie zuletzt die Düsseldorfer Fußballfans. Die Bitte des Hallensprechers, mit dem Jubelsturm bis zum Abpfiff zu warten, war überflüssig. «So feiert man Erfolge», höhnten einige Fans Richtung München und Düsseldorf.

Während Velimir Petkovic sich nach der Schlusssirene mit Dankesküssen ins Publikum kurz in die Kabine zurückzog, hüpften die schweißnassen Spieler ausgelassen im Goldregen. «Zu Beginn der Saison hat keiner mit uns gerechnet. Aber jetzt haben wir es allen gezeigt», jubelte der siebenmalige Torschütze Pavel Horak. «Diesmal waren viel schwierigere Teams im Wettbewerb als im Jahr zuvor. Deshalb ist der Titel noch höher einzuschätzen.»

Als erneuter Cup-Verteidiger darf Frisch Auf Göppingen in der nächsten Saison in der neuen Europa-Liga starten. Der silberne EHF-Pokal wurde zum letzten Mal vergeben und bleibt in Club-Vitrine der Schwaben. Allerdings muss sein Deckel noch repariert werden - nach der stürmischen Übergabe lösten sich Emblem und Lorbeerkranz. Ansonsten zeigten die Schwaben eindrucksvoll, wie man ein Finale daheim gewinnt und richtig feiert.



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